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Mittwinter-Zauber: Die Hexen von White Haven Band 12 (EBOOK)

Mittwinter-Zauber: Die Hexen von White Haven Band 12 (EBOOK)

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Der Mittwinter bringt neue Feinde nach White Haven.

Über Nacht, kurz vor dem Julfest, ändert sich alles in White Haven. Ein gewaltiger Schneesturm riegelt die Stadt ab, und niemand kann sie verlassen oder betreten. Die Hexen spüren, dass sich nichts richtig anfühlt – doch sie wissen nicht, warum.

Für diejenigen, die außerhalb der Stadt gefangen sind, sind die Gefahren nur allzu real. 

Es gibt unerklärliche Todesfälle, unnatürliche Schneemengen, fantastische Eisskulpturen und eine magische Mauer um White Haven.

Reuben, der sich Sorgen um El und seinen Zirkel macht, bittet seine Freunde um Hilfe – einschließlich der Nephilim. All ihre Nachforschungen deuten auf einen unwahrscheinlichen Feind hin, der absolut unglaublich klingt. Bis sie ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen und um ihr Leben kämpfen.

Jack Frost ist da, und er ist nicht allein.

Doch in White Haven, wo sie gefangen sind, ist die Lage noch weitaus schlimmer. Die Winterkönigin hat beschlossen, dass der Winter ewig währen soll – und sie wird jeden töten, der sich ihr in den Weg stellt.

Insbesondere die Hexen von White Haven.

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LESEPROBE

EINS

Avery Hamilton stand am Fenster ihres Ladens, Happenstance Books, und bewunderte die weihnachtliche Dekoration der Stadt.
White Haven war mit winterlichem Grün, festlicher Beleuchtung und anderer Weihnachtsdekoration geschmückt. Doch der Anblick wurde durch einen Schleier aus dicken, samtigen Schneeflocken gefiltert, die die Straße wie eine Decke überzogen und alles in gedämpfte Stille hüllten. Es fühlte sich zeitlos an. Magisch. Als sie hinausschaute, hatte sie sogar das Gefühl, als wäre der Rest der Welt verschwunden und als gäbe es nichts außer White Haven und den bevorstehenden Feierlichkeiten.
„Kaum zu glauben, dass der Jul-Umzug und das Festmahl schon morgen sind“, sagte Alex Bonneville, ihr Freund, während er ihr eine Tasse Kaffee reichte und sich dann an den Fensterrahmen lehnte. „Hoffen wir, dass es bis dahin aufhört zu schneien, sonst sieht man ja gar nichts!“
Avery lachte. „Das tut es immer. Das ist die Magie dieser Jahreszeit. White Haven ist immer von einer Schneedecke überzogen, und doch ist der Tag des Umzugs in klaren, winterlichen Sonnenschein getaucht.“ Sie ging mit ihrem Kaffee zurück zum Tresen und wandte der verschneiten Szenerie den Rücken zu, um die Dekoration ihres Ladens zu begutachten.
Wie üblich hatte Sally, ihre Ladenleiterin und gute Freundin, Happenstance Books warm und einladend gestaltet, mit funkelnden Kerzen und Lichterketten, und es duftete nach Zimt und Weihrauch. Zudem waren dicke Kiefernzweige über die Oberseiten der Bücherregale drapiert, in denen glitzernde Tannenzapfen lagen.
„Wie geht es mit der Deko in deinem Pub voran, Alex? Du weißt doch, dass Stan heute bei allen eine Inspektion durchführt.“ Stan war einer der Ratsherren von White Haven und ihr Pseudo-Druide, und er organisierte alle Sonnenwend- und saisonalen Feste. „Wir wollen ihn ja nicht verärgern.“
Alex verdrehte die Augen. „Man könnte meinen, unser Leben hinge davon ab. Keine Sorge, Marie hat sich der Aufgabe gestellt, und der Pub stöhnt förmlich unter der Dekoration. Das siehst du dann, wenn du später vorbeischaust. Ich habe heute Abend die Spätschicht.“
„Großartig. Dann komme ich zum Abendessen vorbei.“
Alex’ Blick trübte sich für einen Moment, als ob er angestrengt über etwas nachdachte, aber dann zuckte er mit den Schultern. „Ich sollte besser gehen. Ich muss die Jul-Speisekarte durchgehen. Wir sind zum Mittagessen komplett ausgebucht, das sollte also besser gut werden!“ Er beugte sich vor und küsste sie auf die Wange. „Bis später.“
Die Tür fiel hinter ihm klappernd ins Schloss und löste die Glöckchen aus, die darüber hingen. Ihr Klang war in dem stillen Laden überraschend laut, als wollten sie sie an etwas erinnern, das sie vergessen hatte. Sie ging ihre Pläne für den Tag durch.
Im Moment war der Laden geschlossen. Sie und Alex waren ausnahmsweise früh aufgestanden, aus Gründen, die keiner von beiden nachvollziehen konnte. Beide zogen lange Nächte den frühen Morgenstunden vor. Vielleicht lag es an der ungewöhnlichen, gedämpften Stille, die über der Stadt hing, und dem strahlend weißen Licht, das durch die Jalousien sickerte. Schnee hatte eine Eigenschaft, die man nur schwer ignorieren konnte. Er verwandelte die einst vertraute Landschaft in fremdartige Formen, während er sich auf Mauern, Bäume und Häuser legte. Avery konnte von hier aus zwar weder den Strand noch den Hafen sehen, aber sie wusste, dass das Meer eine flache Zinnplatte wäre, die sich bis zu einem unsichtbaren Horizont erstreckte, und die schäumende Brandung die schneeweißen Strände aufwühlen würde. Die Fischerboote wären vielleicht sogar mit Eis verziert.
Aber was vergaß sie nur? Ihre Ladenleiterin Sally und Dan, ihr Verkaufsgehilfe, würden bald eintreffen, und dann würden sie für den Tag öffnen. Sie müssten überprüfen, ob ihre gesamte Dekoration für die Inspektion bereit war, und dann würden sie die Leseecke vorbereiten. Dan liebte es immer, wenn er die Gelegenheit bekam, den Kindern und ihren Eltern, die den Laden besuchten, Weihnachtsklassiker vorzulesen. Hoffentlich würde Sally Mince Pies mitbringen.
Und was dann? Sie würde sich bei Briar Ashworth und El Robinson melden, um zu sehen, ob sie auch im The Wayward Son essen wollten. Aber sie war sich sicher, dass noch etwas anderes zu tun war …
Ihr Tagtraum wurde von den zankenden Stimmen von Sally und Dan unterbrochen, die durch den Hintereingang des Ladens kamen. Sie klapperten ein paar Minuten in der Küche herum, und Avery nutzte die Gelegenheit, um durch den Laden zu gehen und sich weiterhin zu konzentrieren. Sie räumte unordentliche Bücher auf, richtete Auslagen gerade und hob wahllos Gegenstände auf. Auf einigen Regalen waren Schneekugeln verteilt, und sie schüttelte eine geistesabwesend und beobachtete, wie der Glitzer um eine Burg auf einem Hügel in der Mitte wirbelte. Eine Burg aus Eis.
Die Tür zur Küche flog auf, und ihre Freunde mühten sich in den Verkaufsraum, wobei Sally einen großen Weihnachtskranz und Dan eine Trittleiter trug.
„Du meine Güte“, beschwerte sich Dan, „musstest du den wirklich so groß machen?“
„Ja! Er würde nicht dasselbe aussehen, wenn er klein wäre!“
„Wenn der jemandem auf den Kopf fällt, gibt das eine schwere Verletzung!“
„Der fällt nicht runter!“
Avery kicherte. „Ihr zwei! Ihr seid vielleicht welche!“
Dan warf ihr ein schelmisches Grinsen zu. „Ich würde mich nicht so sehr beschweren, wenn Sally mir nur einen Mince Pie gegeben hätte!“
„Die sind für später!“, erinnerte ihn Sally. „Es ist noch nicht einmal zehn Uhr!“
„Na und? Die zweite Vesper kann stattfinden, wann immer ich will. Ich bin erwachsen.“
„Sagt der Mann, der ein Jingle Balls T-Shirt trägt!“
„Wenn ich nur für einen Moment unterbrechen dürfte“, sagte Avery und versuchte, weiteres Gezanke zu unterbinden, „würde ich gerne sagen, wie wunderschön dieser Kranz ist!“
Sally war rot im Gesicht, ihr normalerweise ordentliches blondes Haar fiel ihr ins Gesicht, aber sie schenkte Avery ein strahlendes Lächeln. „Danke! Ich habe vor, Stans Wettbewerb zu gewinnen!“
„Er ist beeindruckend groß, und ich bin sicher, wir haben gute Chancen!“ Avery dachte auch, dass Dan recht hatte. Sie mussten den Kranz gut befestigen. Wenn er Stan auf den Kopf fiele, wäre das eine Katastrophe.
Der Weihnachtsbüschel war ein traditioneller cornischer Weihnachtskranz, der aus zwei rechtwinklig zueinander angeordneten Reifen bestand und mit saisonalem Grünzeug und einer Kerze in der Mitte geschmückt war. Er war dazu gedacht, von der Decke herabzuhängen. Sally hatte außerdem noch Christbaumkugeln und Perlen hinzugefügt.
„Wir müssen sichergehen“, fuhr Avery fort und rümpfte verwirrt die Nase, „dass die Kerze nicht den Kranz in Brand steckt. Wir wollen ja nicht mein Haus und den Laden niederbrennen.“
Dan hatte die Trittleiter bereits in Position gebracht, nahm Sally den Büschel ab und hievte ihn auf den Haken direkt hinter dem Vordereingang. Als er endlich hing, zündete er die Kerze an. „Keine Sorge, Avery. Das wird schon gut gehen. Sie ist weit genug vom Grünzeug entfernt.“
Sally klatschte begeistert in die Hände. „Perfekt! Ich wusste, dass ein echter viel schöner aussehen würde als ein künstlicher!“
„Kriege ich jetzt einen Mince Pie?“, fragte Dan, während er die Leiter zusammenklappte.
„Kannst du haben, wenn du auch Kaffee machst.“
Dan murrte, als er ins Hinterzimmer ging, und Sally lachte. „Ich liebe es einfach, ihn zu ärgern.“
„Solange du weiter Mince Pies backst, kannst du ihn den ganzen Tag lang ärgern.“ Avery richtete sich hinter dem Tresen ein. „Also, wann ist die Prämierung für den Kranz?“
„Am Tag nach dem Julfest, da Stan morgen durch White Haven wirbeln wird, um sicherzustellen, dass alles für die Parade bereit ist.“ Sally lehnte sich auf den Tresen. „Ich finde wirklich, dass er Hilfe braucht. Er kommt nie zur Ruhe!“
„Wird er heute Abend auch den Jahrmarkt eröffnen?“
„Ich bin mir nicht sicher, aber ich kann es kaum erwarten.“ Sally grinste. „Ich nehme dieses Jahr die Kinder mit. Sie werden es lieben, das Schloss beleuchtet zu sehen. Wie geht es Clea heute Morgen? Wird sie heute Abend mit dir zum Jahrmarkt gehen?“
Avery hatte sich wieder hinter den Ladentresen gesetzt und schreckte bei der Frage nach ihrer Großmutter so auf, dass sie beinahe den kalten Rest ihres Kaffees umstieß. „Scheiße! Wie konnte ich sie nur vergessen? Ich gehe sofort nach ihr sehen.“
Sie raste ins Hinterzimmer des Ladens, direkt an Dan vorbei, der gerade eine frische Kanne Kaffee aufsetzte, und die Treppe hinauf in ihre Wohnung. An der Schwelle zum Wohnzimmer hielt sie inne und hatte wieder das Gefühl, dass etwas nicht stimmte, aber alles sah normal aus. Der Weihnachtsbaum stand geschmückt in der Ecke, der Fernseher lief mit leisem Ton und Cleas Tür war einen Spaltbreit offen. Aber der Geruch von verbranntem Toast wehte aus der Küche, und Avery ging zum Torbogen, der die Küche vom Wohnzimmer trennte.
Clea, immer noch in ihrem flauschigen Bademantel, stand am Waschbecken und kratzte die schwarzen Ränder vom Toast. Avery trat neben sie. „Oma! Es tut mir so leid, dass ich dich nicht geweckt habe. Geht es dir gut? Lass mich dir neuen Toast machen.“
Clea blickte zu ihr auf, ihr Lächeln verschwand in ihren Falten, als sie ihre Hand tätschelte. „Mir geht es gut, meine Liebe, mach dir keine Sorgen. Du musst dich um den Laden kümmern. Ich werde ein bisschen Frühstücksfernsehen schauen. Leistest du mir später aber beim Mittagessen Gesellschaft?“ Sie ging zum Tresen, um ihren Toast zu buttern.
„Natürlich.“ Averys Kopf fühlte sich wie in Watte gepackt an, und sie sah sich in ihrer vertrauten Küche um und fragte sich, ob sie einen Kater hatte.
Hatten sie und Alex sich letzte Nacht hemmungslos betrunken? Wohl kaum. Dann hätte sie rasende Kopfschmerzen. In der Spüle standen die Überreste ihres und Alex’ Frühstücks, und ihre Sachen lagen im Wohnzimmer verstreut, und doch fühlte sich alles so falsch an. Sie schwebte zum Fenster, aber die Aussicht war so gedämpft wie ihr Kopf. Dichter Schnee wirbelte umher und verdeckte den Blick auf den Garten und die Stadt. Sie konnte kaum die Gasse hinter dem Haus erkennen, und das Meer war völlig verborgen.
Von einem Zwang, den sie nicht verstand, nach oben gezogen, ging Avery zum Dachboden, wo sich ihr Schlafzimmer befand, und ließ Clea allein werkeln. An der Schwelle stehend, runzelte sie die Stirn angesichts des schattengefüllten Raumes. Ihr und Alex’ Schlafzimmer war der Raum auf der anderen Seite des Kamins. Auf dieser Seite stand der große Holztisch, vollgestopft mit Büchern, die Regale darum herum voll mit Kerzen und Kräutern. Sie atmete den Duft von Weihrauch ein und spürte, wie sich ihre Stimmung hob. Aber warum hatte sie so viele Kräuter hier oben? Sollten die nicht in der Küche sein? Und warum so viele Bücher?
Sie sollte diesen Bereich in eine weitere Sitzecke umwandeln, eine Lounge für sie und Alex, wenn sie ihre Ruhe vor Clea brauchten. Vielleicht würde sie das später tun. Sie ging im Zimmer umher und ließ ihre Finger über die dicken Holzregale gleiten.
Und dann hielt Avery inne, als sie eine weitere Schneekugel sah. Diese hier hatte die Größe eines Fußballs, und darin saß ein Rabe auf einem verschneiten Ast, seine gelben Augen mit einem intensiven Blick auf sie gerichtet. Sie konnte sich nicht einmal daran erinnern, warum sie so ein Ding besaß. Perplex schüttelte sie den Kopf und beschloss, dass es Zeit war, in den Laden zurückzukehren.

***


Briar wusste, dass sie an diesem Abend Schwierigkeiten haben würde, nach Hause zu kommen, wenn der Schnee weiterhin so dicht fiel. Sie hatte schon genug Mühe gehabt, an diesem Morgen zur Arbeit zu laufen.
Sie war von ihrem Cottage in einer der Seitenstraßen aufgebrochen, in mehrere Schichten gehüllt und in ihren robusten Lederstiefeln, die jetzt vor der Heizung im Kräuterzimmer ihres Ladens trockneten. Der Schnee hielt die Kunden jedoch nicht ab. Sie betraten den Laden in einem endlosen Strom, ihre Produkte verschwanden wie von selbst aus den Regalen. Sie war dankbar, dass sie reichlich Vorrat hatte.
Sie brauchte eine Ladenhilfe. Das hatte sie sich schon seit Jahren vorgenommen und konnte nicht verstehen, warum sie es nicht früher organisiert hatte. Besonders zu dieser Jahreszeit. Sie würde wieder das Mittagessen ausfallen lassen, das wusste sie. Sie würde an diesem Abend auch mehr von ihren Handlotionen und saisonalen Kerzen herstellen müssen. Trotzdem würde sie sich Zeit nehmen, um ihre Freunde in Alex’ Pub zu sehen. Sie konnte danach immer noch bis spät in die Nacht arbeiten. Aber sie musste zuerst ihre Freunde sehen; das würde sie aufmuntern. Obwohl sie das Julfest und Weihnachten liebte, erinnerte es sie immer an ihre fehlende Familie. Sie schüttelte den Kopf und lächelte eine ihrer Stammkundinnen an. Dies war nicht die Zeit, um deprimiert zu sein. Ihre Freunde waren ihre Familie, und sie würden es zusammen feiern.
„Einen Groschen für Ihre Gedanken, meine Liebe“, fragte sie eine Frau mittleren Alters namens Carla. „Sie sehen besorgt aus.“
„Entschuldigung!“ Briar strich sich mit der Hand über die Stirn und schob eine dicke Haarsträhne beiseite. „Ich habe nur an meine Freunde gedacht und mich gefragt, was wir wohl zu Weihnachten unternehmen werden. Wissen Sie, ich bin mir sicher, dass ich Pläne hatte, aber ich kann mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, welche das waren.“
„Das ist nur der Stress, meine Liebe.“ Carla runzelte die Stirn, während ihr Blick durch den Laden schweifte. „Sie brauchen hier Hilfe. Das ist ein großer Laden, um ihn ganz allein zu führen.“
„Ich weiß. Vielleicht sollte ich ein Schild ins Fenster hängen, auf dem ich nach einer Aushilfe suche. Jemand will sich doch bestimmt ein bisschen Weihnachtsgeld dazuverdienen.“
„Ausgezeichnete Idee. Obwohl das Schloss um diese Jahreszeit die meisten verfügbaren Leute angestellt hat.“ Briar muss so verwirrt ausgesehen haben, wie sie sich fühlte, denn Carla sagte: „Für das Festmahl morgen? Sagen Sie mir bloß nicht, dass Sie das vergessen haben!“
Briar hatte es vollkommen vergessen, aber ihr Instinkt sagte ihr, dass es nicht richtig wäre, es zuzugeben, also log sie. „Natürlich nicht! Ich bin nur so in meine Arbeit vertieft. Ich kann es kaum erwarten.“
Carla lächelte und ihre gerunzelte Stirn glättete sich. „Jedes Jahr denke ich, es kann nicht mehr besser werden, und jedes Jahr wird es das doch! Ich bin sicher, wir sehen uns dort, trotz der Menschenmassen.“ Sie legte ihre Einkäufe in ihre Tasche und ging, und als die Tür hinter ihr ins Schloss fiel, schienen die bimmelnden Glöckchen eine Warnung von sich zu geben.
Sofort erinnerte sich Briar an das Festmahl. Die Kostüme, das köstliche Essen, die Band, der Tanz, der Julfest-Kampf zwischen den Königen – all das fand im Schloss auf dem Hügel statt. Wie hatte sie das nur vergessen können? Doch anstatt sich darauf zu freuen, schlich sich Furcht in ihr hoch.
Es ergab keinen Sinn. Warum sollte sie sich vor einem Festmahl fürchten?

***


El würde zu spät zur Arbeit kommen, aber sie beobachtete wie gebannt, wie das Eis auf das Meer übergriff.
Ihre Loftwohnung in einem Lagerhaus blickte auf den Hafen von White Haven und bot einen Panoramablick auf den Hafen, den Strand, den Stadtrand und das Meer. Die Aussicht war immer fesselnd, aber heute war sie es noch mehr.
Obwohl es schon früher in der Stadt geschneit hatte, war sie sich sicher, dass es sich noch nie so kalt angefühlt und das Meer sich noch nie mit Eis überzogen hatte. Der Hafen war bereits von einer dicken Eisschicht bedeckt, die die Frachtschiffe, Ruderboote und Jachten darin einschloss. Das würde bis zum Frühling andauern und der Schnee würde mindestens bis März dick und schwer fallen. Aber der Wintermarkt würde Spaß machen. Heiße Maronen, Glühwein und Apfelwein, und die Feuerschalen, die die Straßen säumten, würden hell brennen und die Kälte vertreiben. Und natürlich würde der Stadtrat heute die Schlitten ausgeben. Bald würden die Straßen vom Klang der Schlittenglocken widerhallen und die Luft würde vom Atem der Rentiere dampfen.
El hielt verwirrt inne.
Rentiere und ein vereistes Meer bis zum Frühling? Monatelang dichter Schnee? Woher kamen diese Gedanken?
Doch dann fiel ihr Blick auf einen flatternden Wimpel oben auf den Klippen über White Haven. Sie blickte hinauf, als der Schneefall für einen Moment nachließ und das Schloss auf der Klippe zum Vorschein kam. Es funkelte trotz des düsteren, wolkenverhangenen Himmels. Die eisigen Mauern verströmten einen bläulichen Schimmer, der den Schnee und die Umgebung reflektierte.
Dort drinnen würden sie sich auf das Festmahl vorbereiten, die vielen Feuer in der Küche loderten zweifellos, während das Essen gekocht wurde, und heute würden die Läden und die Stadt für die Parade inspiziert werden. Alles musste perfekt sein, sonst würden alle darunter leiden.
Sie zog ihren Mantel an und wusste, dass sie sich beeilen musste. Sie musste zu Zoey in ihren Laden, um sicherzugehen, dass alles perfekt war.

***


Trotz des starken Schneefalls schlenderte Alex durch die Straßen von White Haven, sein Blick prüfend auf die Dekorationen um ihn herum gerichtet.
Jeder Laden war perfekt geschmückt. Jedes Fenster glänzte, jeder Topf war mit Winterpflanzen gefüllt, jedes Schaufenster funkelte. Er sollte aufgeregt sein. Morgen, ab vier Uhr nachmittags, würde die Julfest-Parade vom Platz aus die Hauptstraße hinunter zum Hafen und dann hinauf zum Schloss ziehen. Die Straßen würden von Schaulustigen gesäumt sein und Straßenverkäufer würden geröstete Maronen und Zuckerwatte verkaufen. Das Festmahl würde den Tag beschließen. Alex hielt verwirrt inne.
Das Festmahl.
Verdammt. Deswegen würde er Jago, seinen Koch, für die nächsten paar Tage nicht im Pub haben. Er war abgeworben worden, wie jedes Jahr um diese Zeit, zusammen mit vielen anderen großartigen Köchen der Stadt, um bei dem Julfest-Spektakel zu helfen. Infolgedessen lastete mehr Druck auf dem restlichen Personal.
Aber es würde sich alles lohnen.
Alex fuhr sich mit den Händen durch die Haare. Er vergaß etwas. Etwas Wichtiges. Dies sollte eine lustige Zeit des Jahres sein. Normalerweise war es eine lustige Zeit des Jahres, und doch …
Er schüttelte den Gedanken ab und ging weiter, bis er schließlich um die Ecke auf den Platz einbog. Wie üblich beherrschte ein riesiger Weihnachtsbaum den Platz, dessen Lichter durch den wirbelnden Schnee funkelten.
Für einen Moment hob sich Alex’ Stimmung, bis der Wind den Schnee wie einen Vorhang teilte und eine riesige Eisskulptur einer königlichen Frau auf einem eisigen Thron am Rande des Platzes enthüllte. Eine Krone saß auf ihrem Kopf, ihre Hand umklammerte einen Stab, der neben ihr in den Boden gerammt war, und ihre wirbelnden Röcke verbargen allerlei schelmische Gestalten und Tiere, die zu ihren Füßen tollten.
Alex blieb stehen, gefesselt vom Anblick der Skulptur der Königin, und es schien, als bohrten sich ihre Augen in seine, als ob sie seine Seele sehen könnte.

***


Als sich Reuben Jackson nach seinem frühmorgendlichen Surfen seinem Haus auf dem Hügel über White Haven näherte, verlangsamte er das Auto, um sich etwas anzusehen, das wie eine weiße Mauer um die Stadt aussah, die im Tal unter ihm lag.
Er war so verwirrt, dass er eine Parkbucht zum Anhalten fand, aus dem Auto stieg und sich auf den Grünstreifen stellte, um einen besseren Blick zu bekommen. Schnee fiel, wurde von Minute zu Minute dichter, peitschte über die Moore und bedeckte das dichte, büschelige Gras.
Seine Augen trogen ihn nicht. Jenseits des wirbelnden Schnees war es, als hätte sich eine dichte Wolke über White Haven gelegt. Es war dunkel gewesen, als er an diesem Morgen zu einem benachbarten Strand zum Surfen aufgebrochen war, also hatte er nichts bemerkt. Er redete sich gut zu, versuchte, nicht paranoid zu sein, und sagte sich, es sei nur eine tief hängende Wolke. Doch je länger er sie anstarrte, desto besorgter wurde er. Sie war zu dicht. Zu massiv.
Zitternd in der eisigen Kälte kehrte er zu seinem Wagen zurück und fuhr an der Abzweigung zu seinem Haus vorbei, um stattdessen auf die Straße abzubiegen, die ihn den Hügel hinab nach White Haven führen würde. Nur dass die Straße, die ihn dorthin führen sollte, wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurückführte. Innerhalb von Minuten befand er sich wieder auf dem Weg zu seinem Haus.
Verwirrt hielt er den Wagen wieder an. Er hatte sein ganzes Leben lang hier gewohnt und sich noch nie auf den verschlungenen Feldwegen verirrt, die sich durch die Felder und Moore um sein Zuhause wanden. Er wendete und versuchte es erneut. Dieses Mal landete er auf einer völlig anderen Straße, die sich am Stormcrossed Manor, Briars Elternhaus, vorbeischlängelte.
Okay. Etwas stimmte ganz und gar nicht.
Er versuchte es noch einmal und fuhr dieses Mal im Schneckentempo die Straße hinunter. Die weiße Wolkendecke türmte sich vor ihm auf und die Straße führte direkt hinein. Er hielt den Wagen an, stieg aus und ging zu Fuß weiter. Er ließ sich Zeit und sog die Luft ein, als wittere er Gefahr. Magie.
Ein paar Schritte lang war alles normal, und dann war er plötzlich umgedreht und blickte wieder auf sein Auto und die Felder. Er hatte auch nichts gespürt. Kein Kribbeln von Magie, keine Orientierungslosigkeit, nur eine sanfte Korrektur. Er wandte sich wieder der Wolke zu, während sich die Sorge wie ein Knoten im Magen zusammenzog.
Je länger er sie jedoch anstarrte, desto mehr fragte er sich, was er da eigentlich anstarrte. Warum starrte er auf eine tief hängende Wolke? Er musste nach Hause, nach seinen Mitarbeitern in den Greenlane Nurseries sehen und sicherstellen, dass die Arbeit reibungslos lief. Die Wand schien ihn zurückzuweisen und ihm zu sagen, dass alles in Ordnung sei.
Reuben wich zurück und zog sich in den Wagen zurück, wo er das Gefühl hatte, seine Gedanken besser unter Kontrolle zu haben. Er zog sein Handy aus der Tasche, suchte Els Nummer und rief seine Freundin an. Doch das Telefon klingelte und klingelte und niemand ging ran. Dann versuchte er es beim Rest seines Zirkels – Alex, Briar und Avery.
Kein Einziger von ihnen ging ran. Auch ihre Mailboxen sprangen nicht an.
Das war nicht normal.
Er konzentrierte sich nach innen und rief nach seinem Vertrauten, Silver. Er war ein riesiges Wasserpferd, das während des Kampfes mit dem Zauberer und der Wyrd aufgetaucht war, die über Samhain versucht hatten, White Haven zu zerstören. Manchmal surfte er mit Silver, aber an diesem Morgen hatte er es nicht getan.
Normalerweise kam Silver schnell. Sie hatten eine gute Bindung zueinander. An diesem Morgen ließ er sich jedoch Zeit. Als er sich endlich manifestierte, sein schimmernder, wässriger Körper bei der eisigen Temperatur schnell zu Eis gefror, scharrte er ungeduldig mit dem Huf.
„Du hast dir aber ganz schön Zeit gelassen“, beschwerte sich Reuben. „Wir haben ein Problem. White Haven ist verschwunden und mein Zirkel geht nicht ans Telefon.“
Silver schnaubte und warf seine Mähne zurück, während er Reuben verächtlich ansah. „Ich weiß, dass wir eins haben, du Dummkopf. Wo denkst du denn, wo ich war? Alle Vertrauten sind ebenfalls verschwunden.“ Silver sprach, aber nur Reuben konnte seine Stimme in seinem Kopf hören.
Reuben war besorgt und verwirrt gewesen, aber jetzt wurde er eher wütend als ängstlich. Er ballte die Hände zu Fäusten. „Was nun? Geht es El gut?“
„Ich habe keine Ahnung, wie es ihnen geht. Ich kann sie nicht erreichen.“
Reuben zeigte auf die dicke, weiße Wand, die White Haven begrenzte. „Sieh dir das an! Kannst du es auch sehen, oder bilde ich mir das nur ein? Ich kann nicht einmal hindurchfahren!“
Silver musterte sie. „Interessant. Fühlt es sich aus der Nähe magisch an?“
„Interessant? Es ist zum Verrücktwerden! Und unheimlich.“ Er dachte über die Frage seines Vertrauten nach. „Nein, eigentlich fühlte es sich nicht wie Magie an, aber je näher ich herankam, desto weniger schien mich White Haven zu kümmern. Es hat meine Gedanken getrübt, also muss es Magie sein. Wer hat das getan? Ist dieser verdammte Zauberer zurück?“ Reubens Magie schwoll an, während er seinen nächsten Schritt überlegte.
Silver schüttelte den Kopf. „Das kann er nicht sein! Wir haben ihn besiegt. Ich habe keine Ahnung, wer dahintersteckt, aber sie sind mächtig, denn nicht einmal meine Magie kann das durchdringen.“
„Seien wir logisch. Auf diesem Weg komme ich nicht rein, aber es gibt noch andere Straßen in die Stadt. Ich werde sie alle ausprobieren, und wenn das nicht funktioniert, dann suche ich mir ein Boot und versuche, über das Meer hineinzukommen.“
„Und wenn du es nicht schaffst?“
„Dann haben wir ein gewaltiges Problem.“

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